Jungbaumerziehung

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Obstbäume benötigen in den ersten Jahren nach der Pflanzung einen regelmäßigen Erziehungsschnitt. Das Ziel für den Busch, Halb- oder Hochstamm ist der Aufbau einer locker aufgebauten und tragfähigen Krone. Diese soll in allen Teilen vom Sonnenlicht erreicht, dabei luftdurchlässig und stabil sein. Um dieses Ziel zu erreichen, ist in etwa eine Zeit von 10 Jahren nötig, in der jährlich geschnitten werden muß. Der Jungbaumschnitt wird am besten im März, wenn keine starken Fröste mehr zu erwarten sind, ausgeführt. Dies gilt sowohl für Kern- als auch für Steinobst.
Ist der systematische Kronenaufbau abgeschlossen, reduziert sich die Arbeit erheblich. In der Regel sollte es in der Folge reichen, alle zwei bis drei Jahre die Krone durchzusehen und das Fruchtholz zu verjüngen.

Erziehung im Oeschberg-Schnitt

Für die Erziehung langlebiger Obstgehölze (Halb- und Hochstamm) empfiehlt sich der Kronenaufbau im Oeschberg-Schnitt. Die Krone wird dabei aus der Stammverlängerung mit kurzem Fruchtholz, drei bis vier Leitästen und diesen jeweils untergordneten Fruchtästen mit Fruchtholz gebildet.
Die Leitäste sollen dabei gleichmäßig um den Baum verteilt und zunächst in einem Idealwinkel von 45° zur Stammverlängerung stehen. Um sie in die richtige Stellung zur Stammverlängerung zu bringen, müssen diese eventuell vorher gebunden oder abgesperrt werden. Zum Kronenaufbau werden sowohl die Stammverlängerung, die Leitastverlängerungen und später die Fruchtastverlängerungen auf ein nach außen gerichtetes Auge angeschnitten.

Eine ausführliche Schnittanleitung findet sich bei: Kobl/Spreng, Neuzeitliche Obstbautechnik, Bern 1949, S. 119-135.