Gute Graue

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Gute Graue, September 2018Die Gute Graue, auch Beurré gris, Grisbirne oder Graue Sommerbutterbirne, wurde 1851 von der Versammlung deutscher Pomologen in Gotha zur vermehrten Anpflanzung empfohlen. Es wird angenommen, dass die Sorte bereits im 17. Jahrhundert in Frankreich bekannt war.
Bei der Guten Grauen handelt es sich um eine Sommerbirne, die Ende August / Anfang September pflückreif wird. Sie kann höchstens eine Woche gelagert werden. Allerdings hängen die Früchte recht fest am Baum, so dass die Ernte über zwei oder drei Wochen erfolgen kann.
In der Vollreife ist das Fruchtfleich fast schmelzend und kann um das Kernhaus herum etwas feingrießig sein. Es besitzt einen kräftigen, süßsäuerlichen und aromatischen Geschmack. Die Gute Graue findet trotz ihrer etwas festen Schale als Tafelfrucht Verwendung, kann aber auch zum Kochen, Dörren und hartreif zur Versaftung genutzt werden.
Der Baum ist starkwüchsig, so dass sich die Pflanzung vor allem im Streuobstbau oder als Wegepflanzung empfiehlt. Gerade hier kommt ihm aber seine geringe Krankheitsanfälligkeit und Langlebigkeit zugute. Die Gute Graue gehört zu den alternierenden Sorten, ist dann aber alle zwei Jahre ein Massenträger.

Boscs Flaschenbirne

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Boscs Flaschenbirne, Oktober 2016Die Birne Boscs Flaschenbirne gilt als eine Züchtung des belgischen Obstzüchters Jean Baptiste van Mons (1765–1842) aus dem Jahr 1807. Allerdings gibt es hierzu in der pommologischen Literatur widersprüchliche Angaben, so dass sich dieses nicht mit Sicherheit belegen lässt. Boscs Flaschenbirne wurde nach dem zu dieser Zeit als Verwalter der Gärten und Baumschulen in Versailles tätigen Louis Augustin Guillaume Bosc d’Antic (1759–1828) benannt, gleichzeitig ist sie unter den Synonymen Alexanderbirne und Kaiserkrone bekannt.
Boscs ist ab Mitte September bis Anfang Oktober pflückreif und kann dann bis in den November hinein, mindestens aber 14 Tage, gelagert werden. Mit dem Einsetzen der Baumreife setzt ein starker Fruchtfall ein, so dass sie rechtzeitig geerntet werden sollte. Dabei wird im Gegensatz zu den meisten anderen Birnensorten das Stielende angefasst und dieser vom Fruchtkuchen getrennt. Boscs kann vollschmelzend ausreifen, wird sehr saftig, süß und dabei mildsäuerlich. Sie ist eine hervorragende Birne für den Frischverzehr, aber auch gut zum Dörren geeignet. Eingeweckt wird sie bräunlich.
Der Baum wächst mittelstark und zunächst steil aufrecht. Mit dem einsetzenden Ertrag hängt das Fruchtholz über und sollte entsprechend regelmäßig eingekürzt und auf aufrechte Triebe abgesetzt werden. Der Baum ist für den Hausgarten geeignet, die einzige Einschränkung gilt hinsichtlich der Anfälligkeit der Sorte für Schorf (s. Abb.).

Gräfin von Paris

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Gräfin von Paris, November 2016Die Birne Gräfin von Paris (in Frankreich Comtesse de Paris) ist eine Züchtung von William Fourcine in Dreux (Departement Eure-et-Loire), die dieser Ende des 19. Jahrhunderts vorstellte. Bei dieser Sorte handelt es sich um eine Winterbirne, die ab Ende Oktober pflückreif wird. Ihre Genußreife erreicht sie im Dezember und kann sich bei entsprechender Lagerung bis Februar halten.
Bei guter Ausreifung wird das Fruchtfleisch halbschmelzend bis schmelzend, im Geschmack süß mit geringer Säure und etwas Gewürz. Allerdings schwankt die Fruchtgüte von Jahr zu Jahr. An ungeeigneten Standorten bleibt sie rübig und trocken. Ein weiterer Nachteil ist ihre Neigung zu Fruchtrissen und je nach Lage für Schorf.
Der Baum wächst mittelstark, die Verzweigung sollte durch einen regelmäßigen Schnitt gefördert werden. Für Quittenunterlage benötigt Gräfin von Paris eine Zwischenveredlung. Sie trägt regelmäßig und reichlich, sollte u.U. etwas ausgedünnt werden. Sie ist insgesamt eher für den Anbau im Obstgarten, hier in geschützer Lage, als für Obstwiesen geeignet.

Prinzessin Marianne

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Prinzessin Marianne, Oktober 2016Etwa um 1800 entstand die Herbstbirne Prinzessin Marianne innerhalb des Zuchtprogramms des belgischen Obstzüchters Jean-Baptiste van Mons (1765–1842). Ihren Namen erhielt sie nach der niederländischen Prinzessin Marianne von Oranien-Nassau (1810–1883). Van Mons selbst änderte jedoch später ihren Namen, so dass sie auch unter dem Synonym Salisbury, nach dem englischen Botaniker Richard Anthony Salisbury (1761–1829), geführt wird.
Prinzessin Marianne ist eine mittelgroße, etwa Mitte bis Ende September zu pflückende Birne. Ihre Genußreife erreicht sie dann innerhalb von 14 Tagen und ist folgernd nur noch kurz lagerfähig. Sie sollte dazu unbedingt im Freien gelagert werden. Genußreif ist sie schmelzend und sehr saftig, mit einer leichten Säure und zartem Aroma.
Die Sorte gedeiht gut auf einer Sämlingsunterlage, nicht jedoch direkt auf Quitte. Der Baum wächst eher mittelstark, dabei bildet er eine hochpyramidale Krone. Bezüglich Witterung und Krankheiten ist er sehr robust und bringt regelmäßige und hohe Erträge. Prinzessin Marianne ist somit auch für größere Gärten geeignet.

Rote Bergamotte

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Rote Bergamotte, September 2015Die wahrscheinlich aus Frankreich stammende Rote Bergamotte, auch Herbstbergamotte, wurde ursprünglich in ganz Deutschland angebaut. Sie wird Anfang bis Mitte September pflückreif.
Verwendet wurde sie vorwiegend als Wirtschaftsfrucht, nur aus feuchten Lagen auch als Tafelfrucht. Genußreif ist sie schmelzend und saftig, mit kräftigem weinsäuerlichen Geschmack. Sie eignet sich sehr gut zum Kochen und als Konservenfrucht.
Der Baum wächst stark, jedoch nicht so sehr in die Breite. Damit eignet er sich auch noch für den Obstgarten. Er sollte jedoch immer auf Sämling, oder bei Verwendung einer Quittenunterlage mit einer Zwischenveredelung, veredelt werden. Der Ertrag der Roten Bergamotte ist regelmäßig und hoch. Mit Einsetzen der Pflückreife setzt ein starker Fruchtfall ein, so dass die Ernte zügig durchgeführt werden sollte.

Leipziger Rettichbirne

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Die Leipziger Rettichbirne ist eine alte sächsische Sorte, die bereits Anfang des 19. Jahrhunderts beschrieben wurde. Sie ist eine kleine Sommerbirne und reift Ende August / Anfang September.
Mit dem Einsetzen der Pflückreife muß sie geerntet werden. Die Früchte sind dann noch grün und etwas schwierig zu pflücken. Der Stiel löst sich schlecht vom Fruchtkuchen. Allerdings werden sie bei zu später Ernte mehlig. Im Gegensatz zu einigen anderen Sommerbirnen können die Früchte der Leipziger Rettichbirne über zwei bis drei Wochen verteilt ausgepflückt werden. Rechtzeitig geerntet ist die Leipziger Rettichbirne saftig, süß und etwas gewürzt. Sie eignet sich sowohl als Tafelbirne, als auch zum Einkochen und Dörren.
Der Baum wächst kräftig und bildet eine ausladende Krone. Der Ertrag ist regelmäßig und hoch, die Früchte sind windfest. Er eignet sich sehr gut als Landschaftsbaum oder zur Anpflanzung in Streuobstbeständen.

Köstliche von Charneu

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Die Köstliche von Charneu ist eine ehemals breit angebaute Herbstbirne. Um 1800 in Belgien aufgefunden, wurde sie in ganz Mitteleuropa, zum Teil mit unterschiedlichen Bezeichnungen, wie Legipont (Belgien) oder Bürgermeisterbirne (Hamburg), verbreitet. Eine wesentliche Rolle spielte dabei, dass sie im Gegensatz zu vielen anderen Birnen einige Zeit, so etwa bei Lagerung im Freien bis zum Frosteinbruch, haltbar ist.
Die Pflückreife setzt etwa Mitte September ein, bis zu diesem Zeitpunkt ist sie windfest. Im Geschmack ist sie sehr süß mit wenig Säure, bei guter Ausreifung wird das Fruchtfleisch schmelzend. In ungünstigen Jahren bzw. kalten Standorten wird sie nur halbschmelzend. Den genauen Erntezeitpunkt zu bestimmen ist etwas schwierig, da die Früchte baumreif noch grün sind.
Bei der Köstlichen von Charneu handelt es sich um eine robuste Sorte, die regelmäßig trägt. Sie starkwachsend und bildet eine große, hochpyramidale Krone. Die Sorte eignet sich damit vor allem zur Pflanzung in Streuobstbeständen bzw. als Landschaftsbaum.

Gellerts Butterbirne

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Gellerts Butterbirne wurde um 1820 in Frankreich gezogen und zunächst unter der Bezeichnung Hardy verbreitet. In Deutschland wurde sie als unbekannte Sorte von Johann Georg Oberdieck Ende der 1830er Jahre nach dem deutschen Dichter Christian Fürchtegott Gellert (1715-1769) als Gellerts Butterbirne benannt. Sie wurde lange als eine der besten Herbstbirnen empfohlen.
Pflückreif ist Gellerts Anfang September, genußreif bis Oktober. Mit der einsetzenden Pflückreife geht ein starker Fruchtfall einher, so dass die Ernte unmittelbar erfolgen sollte. Eine zu frühe Ernte führt bei Gellerts dazu, dass sie kaum Aroma ausbildet. Genußreif ist sie schmelzend und sehr saftig, süß bis süßsäuerlich. Die Schale ist etwas herb, so dass sie zum Verzehr besser geschält wird. Gellerts ist in erster Linie eine Tafelbirne, eignet sich aber auch zur Verarbeitung (Saft).
Der Baum ist sehr starkwüchsig, die Äste wachsen steil aufrecht. Der Ertrag setzt bei Jungbäumen spät ein, als Hochstamm etwa ab dem 10. Standjahr, und ist alternierend. An ungünstigen Standorten (Nässe) ist der Baum anfällig für Krebs und Virusbefall.

Clapps Liebling

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Clapps Liebling, August 2014Die Reifezeit von Clapps Liebling liegt im August, genußreif ist sie bis maximal Anfang September. Durch ihre Größe, schöne Ausfärbung und Geschmack ist sie eine der attraktivsten Sommerbirnen. Gezüchtet wurde die Birne vor 1860 durch Thaddeus Clapp in Dorchester (Massachusetts / USA) und vor 1900 in Deutschland eingeführt.
Rechtzeitig vor der Baumreife geerntet, wird das Fruchtfleisch schmelzend, sehr saftig und süß mit einer feinen Säure. Mit der Baumreife beginnen die Früchte zu fallen, bis dahin hängen sie windfest. Die Früchte sind sowohl für den Sofortverzehr, als auch zum Einwecken, Dörren (ohne Schale) oder als Saft zu verwerten.
Der Baum ist zunächst stark wachsend, mit dem einsetzenden Ertrag hängen die Leitäste oftmals bogenförmig herab, so dass die Krone mehr in die Breite als in die Höhe geht.

Doppelte Philippsbirne

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Die Doppelte Philipps wurde um 1800 in Belgien als Zufallssämling gefunden. Sie ist eine Herbstbirne, die Anfang bis Mitte September die Pflückreife und dann bis Anfang Oktober die Genußreife erreicht. Im Geschmack ist sie süß mit feiner Säure, dabei sehr saftig. Zu früh gepflückte Früchte bleiben fad. Die Doppelte Philipps eignet sich sowohl zum Einkochen und auch als Tafelbirne, hartreif verarbeitet zu Saft.
Der Baum stellt keine großen Ansprüche und ist damit breit anbaufähig. Als Hochstamm ist der Baum starkwüchsig und geht in der Form etwas in die Breite. Er trägt jedes Jahr reichlich, hinzu kommt eine gute Frosthärte und Witterungsunempfindlichkeit.